DIDKO in den Vorlesungsverzeichnissen

Die Ankündigungen für DIDKO findet sich mittlerweile in den Vorlesungsverzeichnissen der Mediziner, Sozialwissenschaftler und Philosophen:

Das ist doch krank, oder?
Ein interdisziplinäres Lehrforschungsprojekt in der Psychiatrie

Dr. Joschka Haltaufderheide, Dr. Ina Otte, Prof. Dr. Dr. Jochen Vollmann

Mi 10-12 Uhr (14-tägig), MA/Seminarraum 3

Beginn 11.4.2018

„Was ist eigentlich „normal“ und was ist „psychisch krank“? Der Begriff der psychischen Störungen wird sowohl in der psychiatrischen Praxis als auch in der Gesellschaft selbstverständlich verwendet. Doch so eindeutig der Begriff scheint, die Bestimmung seiner grundlegenden Kriterien sind nach wie vor ungeklärt. Im Seminar wollen wir den Begriff der psychischen Störung und wesentliche Fragen, die damit zusammenhängen, genauer beleuchten: Wer bestimmt eigentlich, was „normal“ und was psychisch krank ist und welche Kriterien liegen der Definition zugrunde? Spielen hier objektive naturwissenschaftliche Fakten eine Rolle? Oder hängt es vor allem an den jeweiligen Normalitätserwartungen einer Gesellschaft, ob ein Verhalten als problematisch angesehen wird? Ab wann ist es gerechtfertigt, das Verhalten und Erleben eines Menschen als Störung zu bezeichnen? Das interdisziplinäre Lehrforschungsprojekt DIDKO findet über zwei Semester statt und besteht aus einer Seminarphase und einer Forschungsphase. Es bietet Medizin- Sozialwissenschafts- und Philosophiestudierenden die Chance eines extern-kritischen Blickes auf die psychiatrisch-medizinische Praxis und die Möglichkeit das Zustandekommen von Krankheitsdefinitionen, Diagnosen im psychiatrischen Kontext medizinethisch und sozialwissenschaftlich zu reflektieren. Unter Betreuung der Dozenten wird ein eigenes qualitativ-empirisches Forschungsprojekt durchgeführt. Im Anschluss besteht die Möglichkeit die Forschungsergebnisse in wissenschaftlichen Formaten zu präsentieren.

Teil 1: In der ersten Hälfte der Seminarphase wird eine umfassende Einführung in den Themenbereich des Spannungsfeldes Gesellschaft und Psychiatrie sowie in die qualitativ-empirischen Methoden gegeben.

Teil 2: In der zweiten Hälfte der Seminarphase folgt die praktische Forschungsarbeit an ausgewählten Themen in Kleingruppen, in welchen Ideen für einen Interviewleitfaden und die Datenerhebung erarbeitet werden.

Teil 3: In der Forschungsphase werden in interdisziplinären Teams Interviews mit Psychiatern (oder ggfls. auch anderem Klinikpersonal) geführt und so eigene Daten in der Psychiatrie erhoben, die dann zusammengetragen und gemeinsam zur Beantwortung der entwickelten Forschungsfragen analysiert und ausgewertet werden.

Teil 4: Abschließend besteht in einer Nachbereitungsphase während der vorlesungsfreien Zeit die Möglichkeit, die wissenschaftlichen Ergebnisse zu verschriftlichen, um sie später in angemessenem Rahmen als Fachpublikation oder als Präsentation auf einer wissenschaftlichen Konferenz zu präsentieren.

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